Das Projekt „Kunst am Weinberg“

Die Ziele

In den letzten Jahrzehnten haben sich der Heidelberger Stadtteil Rohrbach, seine Gemarkung und seine Bevölkerung stark verändert. Die Bebauung neuer Gebiete (Hasenleiser, Boxberg, Emmertsgrund, das Gewann See und Quartier am Turm/Eichendorffforum) führte dazu, dass inzwischen die Mehrzahl der Einwohner nicht in Rohrbach geboren sind. Dies blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Struktur des Stadtteils.

Im Leben Rohrbachs sind Alt-Rohrbacher und Neubürger aufeinander zu gegangen. Sie begreifen die Weiterentwicklung des Stadtteils als gemeinsame Sache. Neu oder wieder definiert werden muss nun die Identität des Stadtteils: Was macht Rohrbach unterscheidbar von anderen Heidelberger Stadtteilen? Was ist seine Besonderheit?

Rohrbach ist eine der ältesten Weinbaugemeinden. Sowohl die Kunst der Weinbereitung als auch die Kultur des Weingenusses wurde über Jahrtausende hinweg bis heute immer fortentwickelt. Die Weinkultur wird auf öffentlichen Veranstaltungen sowie in privaten Weinproben gepflegt. Und so kann, neben der Bejahung zeitgemäßen Wohnens und Arbeitens, das Bild von Rohrbach als Weinort Bindeklammer einer Stadtteilidentität sein. Rohrbach ist aber auch ein Kulturort. Eng mit dem Stadtteil verbunden ist die Erinnerung an Joseph von Eichendorff. Viele kulturelle Aktivitäten der letzten Jahre beziehen sich auf den Dichter, der einen Teil seiner Jugend hier verbrachte und dem Kühlen Grund ein lyrisches Denkmal setzte. Rohrbacher Kultur aber auf Eichendorff zu beschränken würde Stillstand bedeuten.

Unser Ziel ist es, Rohrbach als Wein- und Kulturort neu sichtbar und erlebbar zu machen und damit den besonderen Charakter des Heidelberger Stadtteils Rohrbach zu bewahren, hervorzuheben und zeitgemäß zu ergänzen. Der Erlebniswanderwegs Wein und Kultur in Heidelberg-Rohrbach, soll deshalb mittelfristig durch das Projekt „Kunst am Weinberg“ ergänzt werden.
Dass in diesem Stadtteil Heidelbergs herausragende Weine produziert werden, ist eher weniger bekannt. Der historische Weinanbau geht in dieser Region mindestens bis ins Mittelalter zurück. Die älteste urkundlich belegte Erwähnung von Rohrbach war die Schenkung eines Weinbergs am 31. Dezember 766, vermerkt im Codex des Klosters Lorsch. Damit ist Rohrbach eine der ältesten Weinbaugemeinden an der Badischen Bergstraße.

Heute wird diese Landschaft mit südlichem Flair und phantastischen Ausblicken in die Rheinebene bis hin zum Pfälzer Wald vom örtlichen Weinbau und einem Mosaik von Rebflächen, Gärten und Biotopflächen geprägt. Deshalb lädt der Erlebniswanderweg nicht nur zum Ausspannen und Erholen ein, sondern ermöglicht auch, sich in einer „Lernlandschaft“ mit Land und Leuten, Kulturgeschichte, Natur-, Artenschutz und dem Weinbau zu beschäftigen.

Wir möchten gemeinsam einen Beitrag zur regionalen Identität und der Vermarktung regionaler Produkte leisten. Gleichzeitig wollen wir die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, insbesondere die Biologische Vielfalt und die Bildung für Nachhaltige Entwicklung, unterstützen.

Die Planung

Im Rahmen des Erlebniswanderwegs Wein und Kultur hat sich ebenfalls auf Initiative des Obst, Garten und Weinbauvereins Heidelberg-Rohrbach e.V. der Arbeitskreis „Kunst am Weinberg“ gebildet. Ziel dieser Initiative ist es, dass in den kommenden zehn Jahren fünf Kunstwerke im Rahmen des Erlebniswanderwegs Wein und Kultur realisiert werden.

Der Arbeitskreis „Kunst am Weinberg“ setzt sich zusammen aus lokalen Künstlern, Vorstandsmitgliedern des Obst, Garten und Weinbauvereins Heidelberg-Rohrbach e.V., Hans-Jürgen Fuchs, dem 1. Vorsitzenden des Stadtteilvereins Heidelberg-Rohrbach, und Sabine Schmied vom Amt für Umweltschutz der Stadt Heidelberg. Gemeinsam wurde im Arbeitskreis ein erstes Konzept erarbeitet.

Die Initiatoren des Projektes „Kunst im Weinberg“ halten es für sinnvoll, lokale Künstler für das Projekt zu engagieren. Denn diese sind mit der Region vertraut und besitzen die Sensibilität, Kunstwerke zu schaffen, die in Einklang mit ihrer Umgebung stehen und sich in die Landschaft einpassen.

In den Gesprächen mit dem Künstlern kristallisierte sich heraus, dass es sehr reizvoll sein könnte, die Kunstwerke nicht im Atelier hinter verschlossenen Türen, sondern direkt vor Ort in der Natur zu schaffen. Als „Work in Progress“ wäre das künstlerische Schaffen auf diese Weise für jedermann erlebbar.

Für dieses gemeinnützige Projekt und bürgerschaftliche Engagement bzw. für die Kunstwerke werden Sponsoren gesucht. Für die finanzielle Unterstützung eines ersten Kunstwerks hat sich Vereinsmitglied und 2. Vorsitzender, Heinz Kaltschmidt, bereiterklärt.